Leider sind viele Tiere beim Besuch des Tierarztes oder Physiotherapeuten in höchster Alarmbereitschaft und stehen unter starkem Stress. Das kann auch gesundheitliche Folgen mit sich bringen, wie zum Beispiel: Durchfall, verfälschte Blutzucker- oder Blutdruckwerte oder Unfälle bei der Behandlung, da das Tier sich steif macht oder nicht stillhält. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass hier ein langfristiges. möglichst früh beginnendes Training mit dem Tier sehr von Vorteil ist. Ich habe untenstehend einige Tipps und Tricks für euch aufgelistet:
1. Baut den Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten in euer Training von Anfang an mit ein. Gewöhnt euren Hund oder Katze an einen Tisch, besonders glatte Oberflächen und an eine Waage. Arbeitet immer mit positiver Bestärkung, nutzt das Lieblingsleckerli, Klicker oder Lob. Versucht negative Situationen nicht aufkommen zu lassen, in dem ihr sehr langsam und in kleinen Schritten voran geht.
2. Geht vor dem Eintreten in die Praxis mit eurem Hund vor Ort erstmal kurz spazieren, anstatt direkt vom Auto in die Praxis einzutreten. So kann er sich an die Umgebung gewöhnen und verknüpft positive Erlebnisse mit der Praxis.
3. Auch mit Pferden kann man den Arztbesuch trainieren. Stellt die Situation nach, begutachtet die Körperteile länger als sonst, involviert „Fremde“ aus dem Stall und lasst sie auf das Pferd schauen, nutzt in weiteren Trainingsphasen auch Gegenstände am Pferd, die das Pferd nicht kennt. Auch hier gilt der Grundsatz, je langsamer ihr vorgeht, desto größer sind die Erfolge.
4. Gegenkonditionierung: Dein Tier empfindet bei einem negativen Reiz durch deine Konditionierung einen positiven Reiz.
Beispiel Zecken ziehen: Wenn du einfach nur die Zecke ziehst, wird dein Hund immer den Schmerz mit der Zeckenzange verbinden. Kombinierst du aber gleichzeitig eine positive Emotion (z.B. Leckerli) wird dein Hund in Zukunft das Zeckenziehen mit etwas Positivem verbinden. Achte auch darauf die Zeckenzange ohne Zeckenziehen bei Gelegenheit zu zeigen und dabei Leckerlis zu geben. So wird die Assoziation gefestigt.
5. Übe mit deinem Hund ganz aktiv die Seitenlage. Beim Tierarzt so auch beim Therapeuten wird der Hund häufig in der Seitenlage behandelt. Das Training plant ihr auch wieder in kleinen unterteilten Schritten.
a. Am Anfang steht „Platz“ zu üben. Dein Hund muss sich sicher auf Kommando ablegen können. Dann startest du mit einem Leckerchen vor der Nase deines Hundes im Platz. Sobald er deine Hand anstupst, bekommt er das Leckerli.
b. In der zweiten Stufe führst du deine Hand mit dem Leckerli ein wenig mehr zur Seite, so dass dein Hund den Kopf ein wenig nach hinten strecken muss. Sobald er wieder deine Hand berührt, wird das Leckerli gegeben.
c. In der dritten Stufe führst du deine Hand über den Nacken des Hundes zur anderen Seite – das Leckerli wird wieder direkt gegeben so bald deine Hand berührt wurde. Idealerweise kippt dein Hund dabei zur Seite weg und liegt in Seitenlage. Sobald dein Hund flach auf der Seite liegt, nutzt du dein Wunschkommando – bei mir ist es „Seite“.
d. Das trainierst du immer wieder auch im Wechsel mit deinen anderen Kommandos und in verschiedenen Umgebungen, so dass es in fremden Räumen kein Unbehagen bei deinem Hund in der Seitenlage gibt.
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